9:4-Erfolg: TTV entscheidet packenden Tischtennisfight gegen Höhenstadt für sich

Es war der erwartete Tischtennis-Fight zwischen dem TTV Vilshofen und der DJK Bad Höhenstadt: Vor über 150 Zuschauern lieferten sich die beiden Top-Teams der Verbandsoberliga (ehemals Bayernliga) ein Derby, das seinen hohen Erwartungen in jeder Hinsicht gerecht wurde. In einer hochklassigen, mitunter hitzigen Partie setzten sich die Schweiklberger vor einer mehr als würdigen Kulisse am Ende verdient und überraschend deutlich mit 9:4 durch.

9:4 hieß es am Ende für den TTV – sehr zur Freude der Zuschauer sowie der Mannschaft

Der TTV bleibt dank dieses Erfolgs weiterhin der einzige Club der Bayernliga, der in dieser Saison bisher sämtliche Heimpartien für sich entscheiden konnte. In der Tabelle übernehmen die Vilsstädter nun vor dem TuS Bad Aibling (15:11 Punkte) wieder die Führung (16:10 Punkte).

Bereits in den Eingangsdoppeln wurde deutlich, dass beide Mannschaften an diesem Tag nicht nur bis in die Haarspitzen motiviert waren, sondern sich auch fest vorgenommen hatten, dieses prestigeträchtige Duell für sich zu entscheiden. Im ersten Doppel des Tages entwickelte sich zwischen Pytlik/Cizek und Ferencz/Dvoracek eine intensive Partie, welche das TTV-Spitzenduo letztlich aber im Entscheidungssatz für sich entscheiden konnte. Ähnlich sah es zunächst am Nebentisch zwischen Drozda/Zisler und Timafalvi/Kovacs aus: Die beiden Vilshofener spielten Punkt um Punkt fein heraus, verpassten es jedoch, den Sack beim Stand von 10:7 im vierten Satz zuzumachen. Im Entscheidungsdurchgang hatten die Gäste mit 11:8 letztlich dann doch das glücklichere Ende für sich. Deutlich mit 3:0 siegten dagegen Wiener/Dünnbier gegen Mittel/Scholz, so dass der TTV zum Jubel der zahlreichen Fans mit einer 2:1-Führung in die erste Einzelrunde startete.

Über 150 Zuschauer wollten sich dieses brisante Derby am Sonntagnachmittag nicht entgehen lassen

Im ersten Einzel des Nachmittags ließ TTV-Routinier Martin „Roger“ Pytlik wieder einmal seine ganze Klasse aufblitzen. Bad Höhenstadts Nummer zwei Richard Kovacs hatte gegen den ehemaligen Zweitligaakteur keine Chance und unterlag klar in drei Sätzen. Ein wahrer Tischtenniskrimi auf allerhöchstem, mitunter regionalligatauglichem Niveau entwickelte sich dagegen zwischen Jiri Cizek und Gergö Timafalvi. Gegen den ungarischen Juniorennationalspieler unterlag Vilshofens Spitzenmann im ersten Satz klar mit 4:11, stellte sich jedoch dann besser auf seinen Gegner ein und entschied die beiden folgenden Durchgänge hauchdünn mit 18:16 bzw. 13:11 für sich. Nachdem der vierte Satz mit 13:11 wiederum an den Bad Höhenstädter ging, musste schließlich der fünfte Durchgang die Entscheidung bringen. Cizek fand in diesem zunächst überhaupt nicht ins Spiel und lag schnell mit 3:6 zurück. Unterstützt durch das heimische Publikum steckte der 31-jährige allerdings nicht auf, sondern startete eine regelrechte Serie und drehte die Partie schließlich zum Jubel der Zuschauer zu seinen Gunsten. Als dann am Nebentisch auch noch Radek Drozda in vier Sätzen Joel Mittel abfertigte, hatte sich der TTV bereits zu diesem frühen Zeitpunkt überraschend deutlich mit 5:1 abgesetzt. Die Serie der Vilshofener sollte jedoch vorerst beendet sein: Gegen den starken ungarischen Winterneuzugang der Rottaler Viktor Ferencz hielt Vilshofens Raffel Zisler zwar phasenweise gut mit, musste letztlich aber doch die Überlegenheit seines Gegners und dessen 3:1-Sieg anerkennen. Keinen Grund zum Jubeln hatte anschließend auch Thomas Wiener: Gegen den ehemaligen Vizeeuropameister Josef Dvoracek fand der TTV-Kapitän – anders als bei seinem Sieg in der Vorrunde – kein Mittel und unterlag verdient mit 1:3. Im letzten Einzel der ersten Runde stand beim Stand von 5:3 aus Sicht der Hausherren mit dem Duell zwischen Johannes Dünnbier und Sandro Scholz noch eine Partie mit ordentlich Brisanz auf dem Programm. Dünnbier, der in der Vorrunde noch für die Rottaler aktiv war und dann im Winter an die Vils wechselte, erwischte keinen guten Start und lag gegen seinen ehemaligen Mannschaftskameraden schnell mit 3:9 zurück. Doch der 17-jährige fand – unterstützt durch das Publikum – immer besser in die Partie, legte eine Serie von acht (!) Punkten in Folge hin und verwandelte den zwischenzeitlichen Rückstand so in einen 11:9-Erfolg. Auch im zweiten und dritten Satz zeigte Vilshofens Talent sein großes Potenzial und servierte Scholz ganz klar in drei Sätzen ab. Die Hausherren stellten dank dieses Erfolgs auf 6:3 und waren nun drauf und dran, sich die weiße „Heimweste“ zu bewahren.

Vilshofens Top-Akteur Jiri Cizek steuerte einen Doppel- sowie einen Einzelsieg bei

In der zweiten Einzelrunde stand mit der Partie zwischen Martin „Roger“ Pytlik und Georgö Timavalfi dann ein wahrer Tischtennis-Leckerbissen auf dem Programm. In der Vorrunde gelang es dem Höhenstädter Ausnahmekönner als einzigen Spieler der Liga, Vilshofens Nummer eins eine Niederlage beizubringen. Dementsprechend motiviert und auf Revanche bedacht agierte Pytlik, der in kürzester Zeit zu einem der Vilshofener Publikumslieblinge avancierte, in der Partie, die er letztlich in vier Sätzen für sich entscheiden konnte. Abermals eine bärenstarke Leistung zeigte Jiri Cizek am Nebentisch gegen Richard Kovacs, den er nach anfänglichem 0:1-Rückstand mit 3:1 in die Schranken wies. Mit diesem Sieg zum 8:4 aus Sicht der Gastgeber war bereits klar, dass es der DJK auch an diesem Nachmittag nicht gelingen würde, dem TTV im Derby eine Niederlage beizubringen. Doch für den Moment zeigten sich die Gäste relativ unbeeindruckt: Mit einem glatten 3:0-Sieg gegen Vilshofens Radek Drozda hielt der Rottaler Viktor Ferencz seine Mannschaft im Spiel und damit die Hoffnung aufrecht, wenigstens einen Punkt aus Vilshofen zu entführen. Doch dafür waren die Hausherren an diesem Nachmittag letztlich zu stark und abgeklärt: Raffael Zisler setzte sich in einem engen Match in fünf Sätzen gegen Joel Mittel durch und sorgte so für den umjubelnden neunten Punkt des TTV. In der knapp vierstündigen Partie setzten sich die Gastgeber letztlich überraschend deutlich, allerdings in der Höhe insgesamt auch verdient mit 9:4 gegen die DJK Bad Höhenstadt durch.

„Das, was beide Mannschaften hier heute abgeliefert haben, war großes Spektakel und allerbeste Werbung für den Tischtennissport. Man kann beiden Teams nur ein großes Kompliment für die dargebotene Leistung aussprechen! Dass wir am Ende das Derby so klar für uns entscheiden und unseren Heimnimbus bewahren konnten, damit war wirklich nicht zu rechnen. Das macht den Sieg für uns heute natürlich umso schöner“, gibt sich TTV-Pressesprecher Stephan Katzbichler nach der Partie sichtlich erleichtert und zufrieden. In der Tabelle ziehen die Vilshofener dank dieses Erfolgs zumindest vorrübergehend an den Rottalern vorbei. Mit 16:10 Punkten belegt der TTV Tabellenplatz eins vor dem TuS Bad Aibling (15:11 Punkte). Auf den weiteren Rängen folgen mit dem TV 1862 Dillingen (14:8 Punkte) sowie der DJK Bad Höhenstadt (14:10 Punkte) zwei Vereine, die aufgrund der weniger absolvierten Partien beide noch die Chance haben, die Tabellenführung zu übernehmen bzw. zum TTV aufzuschließen. Im Kampf um die Spitzenränge der Verbandsoberliga greifen die Vilsstädter erst wieder in 14 Tagen ein, wenn Pytlik & Co. zum nächsten Niederbayernderby bei der DJK SB Landshut antreten müssen.

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