9:7-Erfolg: TTV packt in dramatischem Spiel auch Tabellenführer aus Rosenheim

Der TTV Vilshofen setzt in der Tischtennis-Landesliga Süd/Ost seine Siegesserie fort: Im Spitzenspiel siegte der Rangzweite gegen den Tabellenführer aus Rosenheim nach über vierstündiger Spielzeit mit 9:7. Mit diesem knappen, letztlich aber durchaus verdienten Erfolg bleibt der niederbayerische Liganeuling weiter im Rennen um die Vizemeisterschaft. Am Samstag steht um 15 Uhr die letzte Partie beim TSV Ottobrunn an.

Die Nummer sechs des TTV: Lucas Stöger

Um diese zu erreichen, muss man jedoch in jedem Fall auch das letzte Saisonspiel am kommenden Samstag beim TSV Ottobrunn für sich entscheiden. Für den TTV wäre ein Sieg beim Tabellensechsten der zehnte Erfolg in Serie.

Von der ersten Sekunde an entwickelte sich vor den zahlreichen Zuschauern auf dem Schweiklberg ein Top-Spiel, das diesem Namen auch gerecht wurde. Im ersten Doppel zwischen Drozda/Stöger und Toth/Embacher legte die TTV-Kombination furios los und siegte klar in drei Sätzen. Nichts zu bestellen hatten dagegen Kolar/Ertürk gegen Fischer/Bogatov. Eine packende Partie entwickelte sich anschließend zwischen Wiener/Valka und Marin/Graßl. Nach der 2:1-Führung der Hausherren steckten die Gäste nicht auf und erzwangen den Entscheidungssatz, in welchem der TTV schließlich knapp die Nase vorn hatte.

Im ersten Einzel des Tages standen sich Radek Drozda und Viktor Bogatov gegenüber. In einem engen Spiel war Vilshofens Spielertrainer in den entscheidenden Phasen der Partie hellwach, so dass am Ende ein verdienter 3:1-Erfolg stand. Am Nebentisch musste Vlastimil Kolar allerdings eine Viersatzniederlage gegen den regionalligaerfahrenen Florian Fischer einstecken, wodurch sich beim Stand von 3:2 nach wie vor kein Team absetzen konnte. Im mittleren Paarkreuz lieferte der TTV dann allerdings zwei ganz starke Vorstellungen ab: Zunächst demonstrierte Thomas Wiener gegen Markus Embacher seine ganze Klasse und setzte sich verdient mit 3:1 durch. Im Parallelspiel wurde Jan Valka nach seiner 2:0-Führung von Ferenc Toth zwar in den Entscheidungssatz gezwungen, hatte in diesem jedoch die besseren Nerven, so dass sich die Führung der Hausherren nun auf 5:2 erhöhte. In den letzten beiden Einzelpartien des ersten Durchgangs gaben die Gäste aus Rosenheim allerdings postwendend die Antwort: Nicht nur Ibrahim Ertürk unterlag gegen Walter Graßl in vier Sätzen, sondern auch Lucas Stöger kam gegen Alexander Marin zu keinem Erfolg. Beim Stand von 5:4 war die Partie also nach wie vor völlig offen.

TTV-Kapitän Thomas Wiener

In der zweiten Einzelrunde kam es zum mit Spannung erwarteten Vergleich zwischen Radek Drozda und Florian Fischer. Wie erwartet entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, das seinen Sieger erst im Entscheidungssatz fand. Der TTV-Spitzenspieler konnte auch diese Partie für sich entscheiden, wodurch sein Team die Führung erneut auf zwei Punkte ausbaute. Dass es sich bei Rosenheim allerdings zurecht um den designierten Meister handelt, machte Viktor Bogatov bei seinem Aufeinandertreffen mit Vlastimil Kolar deutlich. Der Rosenheimer zeigte herausragendes Top-Spin-Spiel, dem Vilshofens Nummer zwei nur wenig entgegenzusetzen hatte. In der Mitte war dann beim Stand von 6:5 aber wieder TTV-Kapitän Thomas Wiener zur Stelle: Auf souveräne Art und Weise baute er seine beeindruckende Rückrundenbilanz durch seinen 3:1-Sieg gegen Ferenc Toth auf 12:1 aus. Keine Chance hatte dagegen Jan Valka gegen Markus Embacher. Gegen einen starken Gegner unterlag Vilshofens Nummer vier klar in drei Sätzen, so dass Rosenheim mit diesem Sieg auf 7:6 aus Sicht der Hausherren verkürzte. Der Ausgang dieses Landesligakrachers war nach drei Stunden nach wie vor völlig offen. Im vorletzten Einzel des Nachmittags standen sich Ibrahim Ertürk und Alexander Marin gegenüber. In einer packenden Partie konnte der Vilshofener seine 2:1-Führung nicht über die Runden bringen. In einem spannenden Entscheidungssatz hatte Marin die durchschlagskräftigeren Schläge parat, wodurch der Rosenheimer seine Mannschaft wieder ins Spiel zurückbrachte. Mit diesem Ausgleich zum 7:7 war auch klar, dass das Schlussdoppel die Entscheidung in diesem Spitzenspiel herbeiführen musste. Klarheit darüber, ob die Hausherren oder die Gäste in diesem Doppel um den Sieg spielen durften, musste im allerletzten Einzel zwischen Lucas Stöger und Walter Graßl fallen. Mit einer bärenstarken Vorstellung erspielte der junge Vilshofener seinem Team den achten Punkt. Das TTV-Spitzendoppel Drozda/Stöger hatte beim Stand von 8:7 nun also die Chance, mit einem Sieg gegen die bis dato ungeschlagene Rosenheimer Spitzenformation Fischer/Bogatov das Top-Spiel zugunsten ihrer Mannschaft zu entscheiden. Nach einer klaren 3:11-Niederlage im ersten Satz drehte der TTV auf und entschied die folgenden beiden Durchgänge teils deutlich für sich. Im vierten Durchgang entwickelte sich dann ein an Spannung kaum zu überbietender offener Schlagabtausch, welchen die Vilsstädter jedoch zum Jubel des heimischen Anhangs mit 11:8 für sich entschieden. Nach über vierstündiger Spielzeit stand fest, dass die Gastgeber den Gästen aus Rosenheim die erste Rückrundenniederlage beibrachten und damit ihrerseits weiterhin ohne Punktverlust in der Rückserie bleiben.

Der TTV Vilshofen kann nach dieser starken Vorstellung weiterhin zurecht auf die Vizemeisterschaft in der Landesliga Süd/Ost hoffen. Der niederbayerische Liganeuling hat sich nach einer durchwachsenen Vorrunde im Laufe der zweiten Saisonhälfte zu einer echten Spitzenmannschaft gemausert. Mit 22:12 Punkten belegt der TTV hinter der DJK SB Rosenheim II (24:8 Punkte) und vor der TuS Bad Aibling II (21:13 Punkte) sowie dem ESV München-Ost und dem TV Freyung (beide 18:12 Punkte) weiterhin Tabellenplatz zwei. Nachdem die beiden letztgenannten Vereine allerdings bisher zwei Spiele weniger absolviert haben, muss den Vilshofenern im letzten Saisonspiel beim TSV Ottobrunn (Sa., 15 Uhr) wohl auf jeden Fall ein Sieg gelingen, um tatsächlich eine realistische Chance auf die Vizemeisterschaft zu haben. Für den TTV wäre die Teilnahme an der Relegation zur Bayernliga der größte Erfolg der Vereinsgeschichte nach dem Aufstieg in die Landesliga in der vergangenen Saison.

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