Pleite in Königsbrunn, 8:8 in Westheim: Schwaben kein gutes Pflaster für den TTV

Der TTV Vilshofen war in der Tischtennis-Verbandsoberliga Süd am Wochenende gleich zwei Mal in fremder Halle gefordert – und tat sich, wie auswärts zumeist in dieser Spielzeit – äußerst schwer. Beim bisher sieglosen Tabellenletzten TSV Bad Königsbrunn kamen die Vilsstädter mit 5:9 ordentlich unter die Räder und auch bei der zweiten Partie konnte der Aufsteiger keinen Sieg einfahren: Bei der SpVgg Westheim konnten die Niederbayern beim 8:8-Unentschieden aber immerhin einen Punkt mitnehmen.

Konnte seinem Team am Doppelspieltag leider nicht helfen: Raffael Zisler blieb im Einzel und Doppel sieglos

In der Tabelle rangiert der TTV indes mit 14:10 Punkten nun auf Platz drei hinter Tabellenführer TV 1886 Dillingen (14:8 Punkte) sowie der DJK Bad Höhenstadt (14:8 Punkte), welche die Schweiklberger am kommenden Sonntag zum mit Spannung erwarteten Derby erwarten.

In der ersten Partie dieses Doppelspieltags beim Mitaufsteiger TSV Königsbrunn erwischten die Gäste einen glatten Fehlstart. Vilshofens bisher ungeschlagenes Spitzendoppel Pytlik/Cizek unterlag in fünf Durchgängen gegen Schupp/Schönborn. Im Parallelspiel war für Drozda/Zisler im Entscheidungssatz gegen Bannout/Heinle ebenfalls nichts zu holen. Als dann auch Wiener/Dünnbier in vier Sätzen gegen Lippert/Steckermeier das Nachsehen hatten, war der 0:3-Rückstand aus Sicht der Gäste perfekt. Der TTV hatte nun also alles andere als eine leichte Aufgabe, wollte man die Partie noch drehen und bei den schwäbischen Gastgebern noch etwas Zählbares mitnehmen.

Den Anfang machte Jiri Cizek gegen Angelo Bannout. Vilshofens Nummer zwei hatte den Königsbrunner Spitzenspieler voll im Griff und siegte klar mit 3:0. Auch am Nebentisch konnte sich Martin Pytlik klar in drei Sätzen gegen Christian Schupp durchsetzen. Die kurze Aufholjagd des TTV wurde dann allerdings durch die knappe Dreisatzniederlage – alle Sätze wurden erst in der Verlängerung entschieden – von Raffael Zisler gegen Florian Lippert unterbrochen. Beim Stand von 2:4 konnte Radek Drozda seine Mannschaft mit seinem 3:1-Sieg gegen Marc Heinle immerhin im Spiel halten. In den Partien des hinteren Paarkreuzes war für die Vilshofener dann allerdings nichts zu holen: Lucas Stöger unterlag mit 0:3 gegen Sebastian Steckermeier und auch Kapitän Thomas Wiener hatte gegen Ronny Schönborn im Entscheidungssatz das Nachsehen.

Beim Stand von 3:6 konnte sich der TTV aber ein aufs andere Mal auf sein Spitzenpaarkreuz verlassen. Sowohl Martin Pytlik (3:1 gegen Angelo Bannout) als auch Jiri Cizek (3:1 gegen Christian Schupp) waren zur Stelle und verkürzen auf 5:6. Diese beiden Punktgewinne sollten aber leider die letzten für die Gäste in dieser Partie gewesen sein, denn der TTV verlor alle drei folgenden Partien: Nach der 1:3-Pleite von Radek Drozda gegen Florian Lippert, machte auch Raffael Zisler bei seiner Viersatzniederlage gegen Marc Heinle keinen Stich. Besiegelt war die 5:9-Niederlage der Schweiklberger dann schließlich als Thomas Wiener glatt in drei Durchgängen gegen Sebastian Steckermeier verlor.

Steuerte zwei Siege bei – leider reichte es am Ende nicht zu einem Sieg seiner Mannschaft: Radek Drozda

Während sich die schwäbischen Gastgeber zurecht über den verdienten ersten Saisonsieg freuten, hatten die Vilsstädter keine Zeit, mit sich zu hadern. Mit der zweiten Auswärtspartie des Tages beim Tabellenvorletzten SpVgg Westheim hatte man schließlich direkt im Anschluss die Chance auf Wiedergutmachung. Und der TTV ließ sich von der Niederlage am Nachmittag zunächst nichts anmerken: Auf die 0:3-Niederlage von Drozda/Zisler gegen Lindner/Granovskiy folgte ein klarer Dreisatzerfolg von Pytlik/Cizek gegen Schölhorn/Kapinos. Im Vergleich der an drei gesetzten Doppel waren dann auch Wiener/Dünnbier gegen Vihl/Fabritius zur Stelle und sicherten den Gästen so die 2:1-Führung.

In der ersten Einzelrunde entwickelte sich gegen Jiri Cizek und Bernhard Lindner eine packende Partie über die volle Distanz. Nach der zwischenzeitlichen 1:0-Führung des Vilshofeners kämpfte sich der Spitzenspieler der Westheimer zurück in die Partie und glich aus. Die folgenden drei Sätze wurden jeweils erst in der Verlängerung entschieden – mit dem glücklicheren Ende für die Nummer eins der Schwaben. Am Nebentisch war wie gewohnt jedoch Ausnahmekönner Martin Pytlik zur Stelle, der in drei Sätzen Norbert Schölhorn abfertigte. Beim Stand von 3:2 aus Sicht des TTV fand Raffael Zisler wie schon in der ersten Partie am Nachmittag allerdings erneut nicht das passende Mittel, um sich gegen Alexander Granovskiy einen Sieg zu erspielen. Radek Drozda brachte den TTV dann durch seinen Dreisatzsieg gegen Markus Vihl erneut in Front, bevor die Schweiklberger im hinteren Paarkreuz erneut die Überlegenheit der Gastgeber anerkennen mussten. In einem knappen Spiel unterlag TTV-Neuzugang Johannes Dünnbier mit 2:3 gegen Benedikt Kapinos und auch Thomas Wiener unterlag gegen Max Fabritius unglücklich im Entscheidungssatz. Der TTV war zur „Halbzeit“ also knapp mit 4:5 im Hintertreffen.

In der zweiten Einzelrunde sorgte das Spitzenpaarkreuz der Niederbayern dann aber für die Führung der Gäste: Martin Pytlik setzte sich mit 3:1 gegen Bernhard Lindner durch und auch Jiri Cizek erspielte sich gegen Norbert Schölhorn einen 3:1-Erfolg. In beiden folgenden Partien schaffte es der TTV aber abermals nicht, sich entscheidend abzusetzen. Radek Drozda unterlag mit 2:3 gegen Alexander Granovskiy und auch Raffael Zisler blieb gegen Markus Vihl sieglos. Damit war die Führung der Vilshofener wieder dahin – und der TTV geriet beim Stand von 6:7 zunehmend unter Druck. Thomas Wiener lies sich davon allerdings nichts anmerken und entschied seine Partie gegen Bernhard Kapinos in der Verlängerung des Entscheidungssatzes für sich. Nachdem Johannes Dünnbier allerdings mit 0:3 gegen Max Fabritius das Nachsehen hatte, war klar, dass der TTV diese Partie nicht mehr als Sieger beenden können wird. Mit 8:7 führten die Westheimer – und wollten nun natürlich beide Punkte in Schwaben behalten. Hier hatten die Hausherren allerdings die Rechnung ohne Vilshofens Spitzenformation Pytlik/Cizek gemacht, die das Entscheidungsdoppel gegen Lindner/Granovskiy schließlich klar mit 3:0 für sich entschieden und dem TTV damit den Punktgewinn sicherten.

Einmal mehr bewahrheitete sich, dass in dieser ausgeglichenen Liga tatsächlich jeder gegen jeden gewinnen kann. Als Favorit nach Schwaben gereist, kamen die Vilshofener beim Tabellenletzten in Königsbrunn ordentlich unter die Räder und mussten am Ende froh sein, sich beim 8:8-Unentschieden gegen die SpVgg Westheim wenigstens noch einen Zähler erspielt zu haben. „Auch wenn wir natürlich gerne mit einer größeren Ausbeute von diesen beiden Auswärtspartien zurückgekehrt wären, hat uns auch dieser Punktgewinn unserem Saisonziel „Klassenerhalt“ wieder ein Stückchen nähergebracht. Wir können angesichts unserer doch recht komfortablen Tabellensituation mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz im nahenden Derby gegen die DJK Bad Höhenstadt befreit aufspielen“, so TTV-Pressesprecher Stephan Katzbichler. Das mit Spannung erwartete Spitzenspiel zwischen dem gastgebenden TTV (14:10-Punkte, 3. Platz) und der DJK Bad Höhenstadt (14:8-Punkte, 2. Platz) in der höchsten Tischtennisliga des Bayerischen Tischtennisverbandes steigt am kommenden Sonntag um 14 Uhr in der Turnhalle der Realschule Schweiklberg.

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