Starker 9:1-Auswärtserfolg: TTV Vilshofen lässt ESV München-Ost keine Chance

In der Tischtennis-Landesliga Süd/Ost ist dem TTV Vilshofen ein sensationeller Auswärtserfolg gelungen: Beim bis dato auf Rang vier der Tabelle liegenden ESV München-Ost feierte der niederbayerische Liganeuling einen überraschend deutlichen 9:1-Kantersieg. Mit dem vierten Sieg in der vierten Rückrundenpartie machen die Vilsstädter in der Tabelle weiter Boden gut und belegen nunmehr Platz fünf.

Erneut mit zwei Einzelsiegen entscheidend am Auswärtserfolg beteiligt: Radek Droda

Obwohl der Abstand zum Tabellenführer TSV Ottobrunn lediglich einen Punkt beträgt, ist der Ligaerhalt für den Aufsteiger noch nicht erreicht: Weiterhin liegt die Drozda-Truppe lediglich zwei Zähler vor dem Abstiegsrelegationsplatz.

In der Partie bei den ohne ihren Spitzenspieler Michail Adamenko angetretenen Landeshauptstädtern bestätigte der TTV seine zuletzt starken Doppelauftritte. Zwar unterlag Vilshofens Top-Kombination Drozda/Stöger den Münchnern Schönbeck/Tamm knapp im Entscheidungssatz, doch am Nebentisch hatten Kolar/Ertürk gegen Erb/Weimar in der Verlängerung des fünften Durchgangs das glücklichere Ende für sich. Als sich dann auch Wiener/Valka souverän in drei Sätzen gegen Einsiedler/Radspieler durchsetzen, lagen die Gäste aus Niederbayern mit 2:1 in Führung.

Beflügelt von diesem gelungenen Start, legten die Vilsstädter in den Einzeln auf beeindruckende Art und Weise konsequent nach. Den Anfang machte Winter-Neuzugang Vlastimil Kolar, der gegen Claus Erb in vier Sätzen letztlich deutlich die Oberhand behielt. Deutlich spannender ging es dagegen am Nebentisch zwischen Vilshofens Radek Drozda und Münchens Florian Schönbeck zu. Nach schnellem 0:2-Rückstand behielt der TTV-Spielertrainer allerdings die Nerven und drehte die Partie letztlich zu seinen Gunsten. Als beim Stand von 4:1 dann auch Jan Valka seine herausragende Form bestätigte und mit Jürgen Weimar in drei Durchgängen kurzen Prozess machte, wurde immer deutlicher, dass die in der Rückrunde bisher verlustpunktfrei agierende Vilshofener Mannschaft auch an diesem Abend ihre weiße Weste unbedingt behalten wollte. Allerdings steckten die Gastgeber trotz des 1:5-Rückstandes in keinster Weise auf und verlangten den Niederbayern in den folgenden drei Einzelpartien der ersten Runde nochmal alles ab. Auch wenn Thomas Wiener im Duell mit Markus Thamm rasch mit 2:0 in Front lang, kämpfte sich die Nummer vier des ESV zurück in die Partie und entschied die folgenden beiden Sätze für sich. Erst im Entscheidungssatz konnte sich der TTV-Materialspezialist schlussendlich mit 11:5 durchsetzen und den nächsten Zähler für die Gäste holen. Einen ähnlichen Kraftakt musste Lucas Stöger bei seinem 3:2-Erfolg gegen den gleichwertigen Münchner Jürgen Ferner leisten. Nach 1:2-Rückstand kam der junge Vilshofener Angriffsspieler aber immer besser ins Spiel und konnte so dank seines starken Topspin-Spiels die Partie zu seinen Gunsten entscheiden. Ebenfalls einen 1:2-Rückstand aufholen musste am Nebentisch Ibrahim Ertürk gegen Jürgen Ferner. In einem engen Match gelang es der Nummer fünf des TTV allerdings, sich mit fein herausgespielten Bällen mit 11:9 im fünften Satz gegen den starken Münchner durchzusetzen. Somit führte der niederbayerische Liganeuling nicht zuletzt auch dank des nötigen Quäntchen Glücks und der nötigen Entschlossenheit in den entscheidenden Momenten der Partie beim vor der Saison als einer der Top-Kandidaten auf die Meisterschaft gehandelten ESV München-Ost mit 8:1. Für den siegbringenden neunten Punkt sorgte dann schließlich Radek Drozda, der sich wie schon in der Vorrunde gegen Claus Erb souverän durchsetzen konnte.

Im mittleren Paarkreuz weiterhin ungeschlagen: Thomas Wiener

Dem TTV Vilshofen ist mit diesem 9:1-Kantersieg bei den eigentlich heimstarken Münchnern die nächste Überraschung gelungen. Mit einer überragenden Ausbeute von 8:0-Punkten ist der Aufsteiger aus Niederbayern bisher das mit Abstand beste Rückrundenteam. „Die Mannschaft präsentiert sich im neuen Jahr bisher fest entschlossen, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern. Neben unserem Winter-Neuzugang liegt dies vor allem auch daran, dass wir anders als in der Vorrunde in den spielentscheidenden Phasen einer Partie voll da sind“, analysiert TTV-Teambetreuer Christoph Gmeinwieser die zurückliegenden Auftritte seiner Mannschaft.

Obwohl das gesteckte Saisonziel in immer greifbarere Nähe rückt und angesichts der starken Leistungen des TTV Vilshofen wohl nur noch wenige am direkten Landesliga-Erhalt zweifeln, sind die Niederbayern indes noch nicht durch: Zwar belegt man nach 13 Spielen mit 14:12 Punkten einen vermeintlich komfortablen fünften Tabellenplatz, doch mit dem SC Baldham-Vaterstetten (13:9 Punkte, Platz 6) sowie dem ESV München-Ost (13:11 Punkte, Platz 7) haben zwei direkte Konkurrenten bisher lediglich elf bzw. zwölf Spieltage hinter sich gebracht. Auch der auf dem Abstiegsrelegationsplatz liegende FC Teisbach ist nach diesem Wochenende mit 12:14 Punkten nach wie vor nur zwei Zähler schlechter als der TTV. Die große Chance, vorzeitig die zweite Landesliga-Saison der Vereinsgeschichte zu buchen, haben die Vilshofener allerdings am Doppel-Heimspieltag übernächstes Wochenende: Mit zwei Siegen gegen den SV Helfendorf sowie anschließend gegen den SC Baldham-Vaterstetten könnte der TTV vor heimischem Publikum wohl endgültig alles perfekt machen.

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