TTV verpflichtet Ex-Olympiateilnehmer Damir Atiković als Spieler und Trainer

Mit der abgelaufenen Spielzeit kann der Tischtennisverein Vilshofen vollends zufrieden sein. Als Aufsteiger in die Verbandsoberliga (vormals Bayernliga) erspielte sich die Mannschaft von Thomas Wiener Mit Rang sechs auf Anhieb einen guten Mittelfeldplatz. Mit der Verpflichtung des ehemaligen kroatischen Nationalspielers und Olympiateilnehmers Damir Atiković hat der TTV nun frühzeitig einen namenhaften Neuzugang für die Saison 2019/20 vorgestellt.

Stolz präsentierten die beiden TTV-Vorstände Georg Schmöller (r.) und Stephan Katzbichler (l.) den neuen Spitzenspieler und Chefcoach der Vilshofener: Ex-Olympiateilnehmer Damir Atiković (M.)

Der Inhaber einer kroatischen A-Lizenz wird den Verein nicht nur als Spitzenspieler verstärken, sondern sich als neuer Chefcoach auch für sämtliche Trainingseinheiten verantwortlich zeichnen.

Mit dem letzten Auswärtsspiel der Pytlik-Truppe bei der DJK Altdorf vor gut vier Wochen in Altdorf endete nicht nur die erste Bayernliga-Saison des TTV, sondern zugleich eine Ära: Mit Radek Drozda lief ein Spieler das letzte Mal im Vilshofener Trikot auf, der während seiner fünf Jahre an der Vils dem Verein maßgeblich seinen Stempel aufgedrückte. Als Spitzenspieler und Spielertrainer zugleich bescherte der Noppenspezialist dem Verein drei Aufstiege und führte die Vilssätdter damit nahezu auf direktem Wege von der 2. Bezirksliga bis in die Verbandsoberliga. Der ehemalige tschechische Nationalspieler wird in der kommenden Saison für einen fränkischen Landesligisten auf Punktejagd gehen und dem TTV auch weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben.

Drozdas Platz in der Spitzenmannschaft der Schweiklberger wird künftig ein Mann einnehmen, welcher vermutlich ausschließlich echten Tischtennis-Insidern ein Begriff sein dürfte: Mit Beginn der im September beginnenden Spielzeit wird der Kroate Damir Atiković das Trikot des TTV tragen. Der 48-jährige war bisher abgesehen von zwei Spielzeiten hauptsächlich in seiner Heimat aktiv und ist trotz seiner beachtlichen Laufbahn in der bayerischen Tischtennisszene ein bislang gänzlich Unbekannter. Als Tischtennisprofi schaffte er Anfang der 1990er Jahre den Sprung in die Nationalmannschaft, für welche er bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta sowohl am Einzel- als auch – an der Seite des späteren Europameisters und Vizeweltmeisters Zoran Primorac – im Doppelwettbewerb teilnahm.  Seinen größten Erfolg feierte der aus Zagreb stammende Offensivspieler bei den Mittelmeerspielen 1997, wo er im Doppel die Bronzemedaille gewann. Während und nach seiner Zeit im Nationaltrikot war der im Jahr 2001 als Nummer 215 der Welt geführte Ausnahmespieler in der ersten kroatischen Tischtennisliga aktiv. Bis heute folgten je einjährige Gastspiele in Deutschland in der Oberliga beim TSV Wendlingen in der Saison 2005/06 sowie in der eben zu Ende gegangenen Spielzeit 2018/19 für den SV Victoria Preußen in der Hessenliga, wo er im Spitzenpaarkreuz zu den besten Akteuren der Liga zählte.

In der neuen Saison wird Atiković zusammen mit Routinier und Ex-Zweitligaakteur Martin Pytlik das Spitzenpaarkreuz der Vilshofener bilden. Doch nicht nur als Verstärkung für die Bayernliga-Mannschaft, sondern auch und vor allem außerhalb des Ligaalltags wird der A-Lizenztrainer künftig Verantwortung übernehmen. Der derzeit noch in Zagreb lebende Rechtshänder wird im Laufe des Sommers zusammen mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt nach Vilshofen verlagern und dann neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit für ein hiesiges Unternehmen als Chefcoach sämtliche Trainingseinheiten sowohl des Nachwuchses als auch der Erwachsenen professionell leiten. Gleichzeitig zur Verpflichtung von Atiković wird der Verein auch sein neues Trainings- und Nachwuchskonzept umsetzten und in Zuge dessen beispielsweise die wöchentliche Anzahl an Trainingseinheiten deutlich erhöhen. Neben der Tätigkeit für seinen neuen Verein wird der derzeit noch in Zagreb nebenberuflich als Trainer arbeitende Ex-Olympionike außerdem sporadisch für Ferienlehrgänge eines namenhaften Münchner Tischtennisfachgeschäfts, über welches der Kontakt zwischen Vilshofen und Atiković erst zustande kam, im Einsatz sein.

„Für uns ist diese Verpflichtung ein echter Glücksfall“, so der 1. Vorstand Georg Schmöller, der sich von der Installation eines A-Lizenztrainers insbesondere Impulse für die Nachwuchsarbeit erhofft. „Unser erklärtes Ziel ist es, mittelfristig noch mehr junge Talente aus den eigenen Reihen in unsere beiden Top-Mannschaften in der Bayernliga und der Bezirksoberliga einzubauen“, so Schmöller weiter. „Aber das dauert natürlich.“ Kurzfristig jedenfalls ist der TTV zuversichtlich, auch in der kommenden Saison eine gute Rolle in der Bayernliga spielen zu können. „Nach den schnellen Aufstiegen der letzten Jahre wollen uns nun einerseits eine feste Größe in der Bayernliga werden, andererseits aber vor allem den Abstand zu den unteren Mannschaften Schritt für Schritt verringern. Die Verpflichtung eines qualifizierten Trainers und die damit einhergehende Professionalisierung unseres Trainingsbetriebs sind die logischen nächsten Schritte unseres Konzeptes“, so der 2. Vorstand Stephan Katzbichler.

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