TTV nach 8:8 gegen Aibling vor Klassenerhalt – Radek Drozda verabschiedet

Dem TTV Vilshofen ist in der Tischtennis-Verbandsoberliga ein ganz wichtiger Punktgewinn für den direkten Klassenerhalt gelungen: Im Heimspiel gegen den sich nach wie vor im Aufstiegsrennen befindlichen TuS Bad Aibling kamen die Gastgeber nach rund viereinhalbstündiger Spielzeit zu einem 8:8-Unentschieden. Beide Teams befanden sich ohne ihren jeweiligen Spitzenakteur – Martin Pytlik war für den tschechischen Tischtennisverband als Trainer unterwegs, Aiblings Jose Lizarazu fehlte ebenso – absolut auf Augenhöhe, so dass die Punkteteilung am Ende absolut in Ordnung ging und den Spielverlauf gerecht abbildete.

Lisa Geier, Stephan Katzbichler und Georg Schmöller überreichten dem scheidenden Spieler Radek Drzoda ein Präsent und eine Collage

Zwei Spieltage vor Saisonende kann der Aufsteiger aus Vilshofen (18:14 Punkte) mit diesem Punktgewinn den Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz, den derzeit die DJK SB Regensburg (14:16 Punkte) innehat, auf vier Punkte ausbauen und benötigt daher nur noch einen einzigen Zähler, um auch rein rechnerisch die Klasse zu halten.

In den Eingangsdoppeln erwischten die Gastgeber auch ohne ihren Ausnahmekönner Martin Pytlik, für den Nachwuchshoffnung Lucas Stöger ins Team gerückt war, einen guten Start. Vilshofens Spitzenduo Cizek/Zisler hielt sich gegen Wiesböck/Seefried schadlos und auch Wiener/Dünnbier setzten sich gegen Bogatov/Röslmair knapp in fünf Sätzen durch. Über die volle Distanz mussten auch Drozda/Stöger gegen Englmeier/Ludwig gehen. Trotz 2:1-Führung konnten die beiden TTVler die Partie nicht für sich entscheiden und unterlagen am Ende im Entscheidungsdurchgang klar mit 4:11.

Beim Stand von 2:1 aus Sicht der Hausherren standen sich mit Jiri Cizek und Florian Ludwig zwei Spieler gegenüber, die im vorderen Paarkreuz zu den besten Akteuren zu zählen sind. In einem erwartet engen Match konnte Ludwig zwar den Entscheidungssatz erzwingen, war in diesem gegen das druckvolle Angriffsspiel des Vilshofeners aber chancenlos. Eine ähnlich spannende Partie entwickelte sich zwischen Radek Drozda und Günter Englmeier. Auch hier musste der fünfte Satz eine Entscheidung herbeiführen – dieses Mal allerdings zugunsten der Gäste. Nicht anders erging es Raffael Zisler gegen Viktor Bogatov: Auch er konnte eine 2:1-Führung nicht ins Ziel bringen und unterlag in fünf Durchgängen. Der TTV hatte damit die Chance, die Führung von 3:1 auf 5:1 auszubauen, vertan und musste sich mit dem zwischenzeitlichen 3:3 zufriedengeben. In der Folge schien es, als hätten diese beiden verpassten Möglichkeiten die Gastgeber völlig aus dem Konzept gebracht, denn es folgte eine Siegesserie der Oberbayern: Den Anfang machte Aiblings Johann Wiesböck, der mit 3:1 über TTV-Kapitän Thomas Wiener die Oberhand behielt und auch Johannes Dünnbier konnte mit seinem Spielkonzept gegen den erfahrenen Gerd Seefried keinen Punkt beisteuern. Als dann auch noch Lucas Stöger eine Viersatzniederlage gegen Hans Röslmair einstecken musste, ahnte das heimische Publikum beim Stand von 3:6 aus deren Sicht schon Böses.

In der zweiten Einzelrunde steckte der TTV allerdings nicht auf, sondern kämpfte sich Schritt für Schritt zurück in die Partie. Den Anfang machte Jiri Cizek, der sich klar in drei Sätzen gegen Günter Englmeier durchsetzte. Auch Radek Drozda zeigte in seinem letzten Heimspiel im TTV-Trikot eine Klasseleistung gegen Florian Ludwig. Raffel Zisler sorgte mit dem dritten Einzelerfolg in Serie gegen Johann Wiesböck dann für den 6:6-Ausgleich – die Gastgeber waren zurück in der Partie, die nun wieder völlig offen war. In den beiden folgenden Vergleichen zogen die Schweiklberger allerdings erneut den Kürzeren: Thomas Wiener unterlag Viktor Bogatov klar in drei Sätzen und auch das 17-jährige Nachwuchstalent Johannes Dünnbier blieb gegen Hans Röslmair trotz guter Leistung sieglos. Beim Stand von 6:8 musste Lucas Stöger sein Match gegen Gerd Seefried also unbedingt gewinnen, wollte er seine Mannschaft noch die Chance eröffnen, wenigstens einen Punkt in Vilshofen zu halten. Und Vilshofens 22-jähriger Perspektivspieler war zur Stelle und erspielte sich gegen den langjährigen Regionalligaakteur einen starken 3:1-Erfolg. Somit musste also das Schlussdoppel zwischen Cizek/Zisler und Englmeier/Ludwig die finale Entscheidung bringen. Die letzte Partie an diesem Spätnachmittag wurde – wie könnte es nach diesem Spielverlauf anders sein – im fünften Durchgang entschieden. Trotz 0:1- und 1:2-Rückstand glaubte Vilshofens Spitzendoppel weiter daran, die Partie noch drehen zu können – und tat dies schließlich auch: Dank eines 11:2 bzw. 11:4 in den Sätzen vier und fünf sicherte sich der TTV unter dem Jubel der Schweiklberger Zuschauer einen wertvollen Punkt für den direkten Klassenerhalt.

Siegte in seinem letzten „Heimspiel-Einzel“ für den TTV: Radek Drozda

Die Vilsstädter belegen nach diesem leistungsgerechten 8:8-Unentschieden (34:33 Sätze; 625:620 Bälle) weiterhin den vierten Tabellenplatz, sind in einer sehr ausgeglichenen Liga mit 18:14-Punkten allerdings immer noch nicht vollständig gesichert. Auch wenn das Szenario, dass der TTV bei derzeit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatzinhaber DJK SB Regensburg (14:16-Punkte) doch noch eine „Verlängerung“ der Spielzeit hinnehmen muss, als sehr unwahrscheinlich erscheint, dürfen die Schweiklberger die beiden letzten Partien nicht auf die leichte Schulter nehmen: In knapp drei Wochen gastiert der TTV beim aufstiegsambitionierten TV 1886 Dillingen (3. Platz, 19:11-Punkte), eine Woche drauf bei der DJK Altdorf (7. Platz, 16:18-Punkte). Im Niederbayernderby bei den Landshuter Vorstädtern genügt den Vilsstädtern dann allerdings definitiv ein Punktgewinn, um das Ticket für eine weitere Saison in der höchsten Spielklasse des bayerischen Tischtennisverbandes auch rein rechnerisch zu lösen.

Diese beiden noch ausstehenden Saisonspiele werden zugleich die letzten für Radek Drozda im TTV-Trikot sein. Nach fünf Jahren im Dress der Vilsstädter wird der Noppenspezialist den Bayernligisten in Richtung Franken verlassen und wurde im Rahmen seines letzten Heimspiels gebührend verabschiedet. „Radek war als Spieler und Trainer maßgeblich daran beteiligt, dass wir innerhalb von fünf Jahren den Durchmarsch von der 2. Bezirksliga bis in die Verbandsoberliga geschafft haben. Er war am und neben dem Tisch sicherlich einer der prägendsten Akteure unseres Vereins in den letzten Jahren“, so der 2. Vorstand Stephan Katzbichler, der dem ehemaligen tschechischen Juniorennationalspieler zusammen mit dem 1. Vorstand Georg Schmöller und Schriftführerin Lisa Geier für seinen Einsatz mit kleinen Präsenten dankte und ihm sportlich wie persönlich alles Gute für die Zukunft wünschte.

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